Erinnern Sie sich an eine Umarmung, die Ihnen das Herz gewärmt hat? Vielleicht die tröstende Umarmung eines Elternteils in der Kindheit, das vertraute Kuscheln mit dem Partner an einem kalten Wintermorgen oder das innige Drücken der Enkelkinder beim Wiedersehen. Berührungen sind mehr als nur Körperkontakt – sie sind ein Ausdruck von Liebe, Trost und Geborgenheit. Doch gerade im Erwachsenenalter werden sie oft seltener. Dabei zeigen Studien, dass Kuscheln und Umarmungen nicht nur gut für die Seele, sondern auch für die Gesundheit. Warum wir alle – egal in welchem Alter – mehr Nähe zulassen sollten, erfahren Sie in diesem Artikel.
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Eva-Maria Hesse ist systemische Paar- und Familientherapeutin. Sie berät in ihrer Praxis in Nürnberg Singles und Paare sowohl zum Umgang mit Trennung und Krisen als auch zu Achtsamkeit, gelingender Partnerschaft und Resilienz. Als gefragte Expertin hält sie Vorträge und beantwortet in verschiedenen Medien Fragen zu Beziehungsthemen. Detaillierte Informationen finden Sie auf ihrer Homepage.
Die Wissenschaft des Kuschelns: Warum Berührungen guttun
Wie Kuscheln den Körper beeinflusst
Wenn wir kuscheln, passiert in unserem Körper eine regelrechte Kettenreaktion positiver Effekte. Der wohl wichtigste biochemische Prozess dabei ist die Ausschüttung des sogenannten „Kuschelhormons“ Oxytocin. Dieses Hormon spielt eine entscheidende Rolle für unser Wohlbefinden. Denn es verstärkt das Gefühl von Vertrauen, Nähe und Geborgenheit.
Mit 60 verändert sich der Körper oder hat sich verändert. Wechseljahre, Lustempfinden, aber auch gewisse Ängste sind da große Themen. Je mehr man im Selbstvertrauen ist, desto besser, weil man dann auch selbstbewusster wirkt und mehr in seiner Mitte ist. – Eva-Maria Hesse
Neben Oxytocin werden beim Kuscheln weitere wichtige Botenstoffe freigesetzt:
- Serotonin, das „Glückshormon“, hebt die Stimmung und wirkt antidepressiv.
- Dopamin sorgt für ein Gefühl der Belohnung und Motivation.
- Gleichzeitig sinkt der Spiegel des Stresshormons Cortisol, das bei dauerhaftem Stress schädlich für den Körper sein kann.
Diese biochemischen Prozesse haben messbare gesundheitliche Vorteile. Studien zeigen, dass regelmäßiger Körperkontakt den Blutdruck senken kann, was wiederum das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verringert. Zudem fördert Kuscheln die Durchblutung, was den gesamten Körper mit mehr Sauerstoff und Nährstoffen versorgt.
Wie sich Kuscheln auch mental positiv auswirkt
Berührungen haben nicht nur physische, sondern auch psychische Effekte. Gerade im Alter können Gefühle von Einsamkeit oder sozialer Isolation entstehen – und genau hier kann Kuscheln Wunder wirken. Das Kuschelhormon Oxytocin spielt nämlich auch eine große Rolle beim Stressabbau: Es beruhigt das Nervensystem, verlangsamt den Herzschlag und senkt den Blutdruck. Das führt dazu, dass wir uns insgesamt entspannter und geborgener fühlen.
Kurz gesagt: Eine einfache Umarmung kann mehr bewirken, als wir denken – sie stärkt unser Immunsystem, schützt unser Herz und sorgt für seelische Balance.
Kuscheln im Alter: Oft Mangelware
Mit zunehmendem Alter erleben viele Menschen einen Rückgang körperlicher Nähe – sei es durch den Verlust eines Partners, erwachsene Kinder oder einen veränderten Lebensstil. Dabei bleibt das Bedürfnis nach Berührung ein Leben lang bestehen.
Körperkontakt kann Einsamkeit lindern, das emotionale Wohlbefinden steigern und ein tiefes Gefühl der Verbundenheit vermitteln. Gerade in langjährigen Partnerschaften ist es daher wichtig, sich körperlich nahe zu bleiben. Händchenhalten, sanftes Streicheln oder eine Umarmung können eine Beziehung stärken und neue Nähe schaffen – ganz ohne große Worte.
Es ist einfach wichtig, körperlich miteinander zu sein, einen zärtlichen Umgang zu haben und vor allem auch diese Liebespaarebene zu versorgen. Dass man sich als Frau und Mann wahrgenommen fühlt. Da kann man unheimlich viel tun, völlig fernab vom Sexualakt. – Eva-Maria Hesse
Praktische Tipps: Mehr Kuschelmomente in den Alltag integrieren
Vielleicht denken Sie jetzt: „Aber wie kann ich mehr Berührung in mein Leben bringen?“ Gerade in langjährigen Partnerschaften oder wenn man seltener Gelegenheiten für körperliche Nähe hat, kann es herausfordernd sein, Kuschelmomente bewusst zu integrieren. Doch Nähe und Berührung lassen sich ganz unkompliziert in den Alltag einbauen:
Kuscheln als Ritual in der Partnerschaft etablieren
In vielen Beziehungen nimmt körperliche Nähe mit den Jahren ab, doch das bedeutet nicht, dass sie nicht wieder neu entdeckt werden kann. Hier einige Ideen:
- Händchenhalten beim Spazierengehen: Es mag simpel klingen, doch eine bewusste Berührung stärkt das Gefühl von Zusammengehörigkeit.
- Morgens oder abends gemeinsam kuscheln: Ein kurzer Moment des Innehaltens im Bett – sei es beim Aufwachen oder vor dem Einschlafen – kann eine wunderbare Routine werden.
- „Die 20-Sekunden-Umarmung“: Studien zeigen, dass eine Umarmung von mindestens 20 Sekunden reicht, um den Oxytocin-Spiegel ansteigen zu lassen und Stresshormone zu senken. Versuchen Sie, Ihren Partner oder Ihre Partnerin bewusst so lange im Arm zu halten.
- Körperkontakt in Gespräche einbauen: Eine sanfte Berührung am Arm oder eine Umarmung, wenn der andere etwas Belastendes erzählt, kann viel Trost spenden und die emotionale Nähe verstärken.
- Zusammen auf der Couch entspannen: Anstatt auf verschiedenen Seiten der Couch zu sitzen, lehnen Sie sich bewusst aneinander. Diese kleinen Gesten stärken das Wir-Gefühl.
Wichtig ist, dass Dates ausgemacht werden, man sich attraktiv für die andere Person macht, sodass man sich begehrenswert fühlt und da eben auch was dafür tut. Es geht gar nicht so sehr um Sex haben als solches, sondern eben um Begehrtwerden und diese Sinnlichkeit im Sinn von Zärtlichkeit. – Eva-Maria Hesse
Auch außerhalb der Partnerschaft Berührung suchen
Für Singles oder Menschen, die in ihrer Beziehung wenig Berührung erfahren, gibt es ebenfalls viele Möglichkeiten, körperliche Nähe zu genießen:
- Häufiger Umarmungen mit Familie und Freunden austauschen: Suchen Sie die Näh bei Freunden und Verwandten. Eine längere Umarmung zur Begrüßung kann viel bewirken.
- Haustiere als Kuschelpartner nutzen: Besonders Hunde und Katzen spenden Trost und sorgen für regelmäßige Berührung.
- Wellness & Berührung bewusst erleben: Eine Massage kann nicht nur entspannen, sondern auch das Bedürfnis nach Nähe stillen.
- Berührungen bewusst genießen: Oft sind Berührungen in unserer Gesellschaft beiläufig – wir achten kaum darauf, wenn wir jemandem zur Begrüßung die Hand schütteln oder eine freundschaftliche Umarmung austauschen. Versuchen Sie, Berührung bewusster wahrzunehmen und zu genießen. Lassen Sie sich in Umarmungen fallen, spüren Sie die Wärme und Geborgenheit, die sie vermitteln können.
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